Home
Der Trainer
Fotoalbum
Kontakt
Links


Willkommen auf der neuen Website des Concept Arnis!

  

New Antagonistics und Concept Arnis

 

Mit dem Begriff ‚Antagonistics’ wurden gegen Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts im spätviktorianischen und edwardianischen England jene Teile der ‚Manly Arts’, der ‚männlichen Künste’ bezeichnet, die den Kampf oder die Verteidigung gegen Angriffe zum Inhalt hatten. Da der Begriff ‚Self-Defense’ für Selbstverteidigung damals bereits geläufig war, Begriffe wie ‚Martial Arts’ oder ‚Fighting Sports’ meines Wissens jedoch noch nicht, könnte man den Begriff ‚Antagonistics’ als eine frühe Bezeichnung für Kampfkunst im Allgemeinen bezeichnen. Da dieser Begriff nie nur eine bestimmte Form von Kampfkunst, sondern immer verschiedene Kampfarten unterschiedlicher Herkunft umschrieb, finde ich diese Bezeichnung auch heute noch durchaus treffend und attraktiver als abgegriffene rezente Bezeichnungen. Daher habe ich mich dafür entschieden, für die von mir unterrichtete Kampfkunst die ideelle Bezeichnung ‚New Antagonistics’ als Oberbegriff zu wählen. Dieser Begriff geht auch über eine eventuelle assoziative Einordnung des Begriffes ‚Arnis’ hinaus. Dennoch soll innerhalb der New Antagonistics der Begriff ‚Concept Arnis’ für die Kampfkunst im speziellen beibehalten werden.

 

Concept Arnis

 

Das System, das innerhalb der New Antagonistics unterrichtet wird, ist das Concept Arnis. Obgleich es ursprünglich dem Modern Arnis nach Remy Presas entstammt, ist Concept Arnis kein reines System der Filipino Martial Arts. Es kombiniert Bestandteile der FMA mit Elementen westlicher, rein pragmatisch orientierter Kampfsysteme wie dem militärischen Nahkampf und der Selbstverteidigung.

 

Eine Idee dabei war, nicht zuviel Gewicht auf ethnische und historische Traditionen zu legen, die den Blick auf wirksame und zweckmäßige Trainingsmethoden hinter folkloristisch anmutenden Erscheinungsformen verstellen können. Damit sprengt Concept Arnis den Rahmen der konventionellen FMA, in Hinblick auf ein anwendbares und leicht erlernbares System, welches dem Anspruch an eine moderne Selbstverteidigung gerecht wird.

 

Daneben ist Concept Arnis aber auch eine Methode der körperlichen Ertüchtigung sowie der Schulung von Reflexen, der Koordination und Schnelligkeit. Concept Arnis ist unabhängig von Alter und Fitness zu erlernen und stellt keine besonderen körperlichen Anforderungen an Kraft oder Beweglichkeit. Außerdem macht es einfach viel Spaß.

 

Im Concept Arnis werden hauptsächlich Einzelstock, Doppelstock, Palmstick und Messer zum Üben verwendet. Das Training gliedert sich in 2 Hauptrichtungen: Das Corto – der Kampf auf kurze Distanz, in dem die Techniken und Konzepte der regulären FMA, hauptsächlich des Modern Arnis, vorherrschen – und das Largo, die weite Distanz, in welchem speziell die SV mit dem Spazierstock im Vordergrund steht. Das Messer und der Langstock, welche ebenfalls einen Teilbereich des Trainings bilden, stellen Ergänzungen zu diesen Trainingsinhalten dar.

 

Alle Techniken und Konzepte werden aber auch ohne Waffen umgesetzt und können darüber hinaus alle auf alltägliche Gegenstände übertragen werden, welche so zu nützlichen Hilfsmitteln in der Selbstverteidigung werden. Waffenloses Training gehört zum normalen Unterricht grundsätzlich dazu. So kann der Concept Arnis-Anwender eine umfassende Selbstverteidigungsfähigkeit erreichen.  

 

Längere Klingenwaffen wie Machete oder Schwert und Langschwert sowie Elemente des militärischen europäischen Säbelfechtens nach A. J. Cunningham werden zur Abrundung der Waffenelemente und zum besserern Verständnis bestimmter Konzepte in den Unterricht eingefügt. Allerdings soll der Schwerpunkt des Concept Arnis weniger auf der Verwendung der traditionellen Waffen, als auf der anwendbaren SV liegen .

 

Concept Arnis verwendet, obwohl es vom Modern Arnis abstammt, eine andere Zielsetzung, als es im Modern Arnis unterrichtet wird. Im Concept Arnis gibt es zwar Vermittlungslevels, die aber lediglich zur reinen Orientierung innerhalb des Unterrichtsstoffes dienen und keine Aussage über die Kampf- oder SV-Fähigkeit des Schülers machen.

 

Beim Training der einzelnen Konzepte und Theorien des Concept Arnis werden unter anderem nach wie vor eine Reihe von Tools und Übungen verwendet, die auch im Modern Arnis des DAV eine Rolle spielen, allerdings ist die Ausführung nicht immer die genau gleiche. Vor allem werden die Übungen niemals als Selbstzweck oder als festes Programm angesehen, das anhand von starren Bewegungsabläufen auswendig gelernt werden kann, sondern immer als Methode zum Verstehen und Trainieren eines bestimmten Konzeptes oder Prinzips. Drills und Übungen, die nur als Selbstzweck oder zum Erreichen einer Prüfung praktiziert werden, hängen leicht im luftleeren Raum ohne Bezug zur Realität, was bei Übenden und Lehrern zu eklatanten Fehlern und Missinterpretationen im Verständnis und letztlich auch in der Ausführung führen kann.

 

Largo

Hier finden rekonstruierte Elemente eines historischen europäischen Stockkampfsystems, dem La Canne Vigny, seine Anwendung.

 

Concept Arnis Largo / La Canne Vigny

 

Das La Canne Vigny ist ein historisches europäisches Stockkampfsystem für die Selbstverteidigung mit dem Spazierstock aus dem Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts. Entwickelt vom dem Schweizer Fechtexperten Pierre Vigny wurde es zwischen 1900 und 1912 in London, zuerst im Bartitsu-Club des E. W. Barton-Wright, in dessen System es aufgenommen wurde, später in Vigny´s eigener Schule unterrichtet. Nach dem ersten Weltkrieg scheint es in Europa verschwunden zu sein. 1923 erschien noch ein Lehrbuch, „The Walking-Stick Method of Self Defense“ von H. G. Lang, in dem wohl überwiegend auf Elemente des Systems von Vigny zurückgegriffen wurde. Aber spätestens seit den späten 40er Jahren, in denen Lang´s Buch als eine Grundlage für den Selbstwehr-Unterricht jüdischer Siedler im neu gegründeten Israel verwendet wurde, ist diese hocheffektive Stockkampfmethode, wie viele andere Formen der europäischen Kampfkunst-Kultur ausgestorben.

 

Auf der Suche nach einem einfachen und wirksamen System für den Spazierstock stieß ich auf die publikatorischen Hinterlassenschaften Barton-Wrights und Lang´s und war schnell von der Funktionalität des La Canne Vigny fasziniert und überzeugt. Daher beschloß ich, diesen alten Stil so gut als möglich, innerhalb des Concept Arnis wiederaufleben zu lassen.

Da es natürlich unmöglich ist, ein ganzes Kampfkunstsystem allein aus literarischen Quellen zu rekonstruieren, kann das La Canne-Projekt innerhalb des Concept Arnis nicht den Originalstil repräsentieren. So soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass im Concept Arnis-La Canne lediglich mit einer Rekonstruktion dieses Systems gearbeitet wird, welches sich allerdings weitgehend an den Originalquellen orientiert. Hilfreich dabei waren mir die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem modernen Vollkontakt-Stockkampf der Dog Brothers Martial Arts. Mein besonderer Dank gilt dabei meinem Freund Kai Schilling von der DBMA-Gruppe Hamburg, dessen Training mir immer wieder neue Inspirationen gibt.

 

Das Training der Largo-Konzepte ist überwiegend sparringsorientiert, das heißt nach kurzer Trainingszeit wird der Schüler bereits an den Kontaktkampf herangeführt. Dabei wird eine entsprechende Schutzausrüstung getragen, die Stöcke werden je nach Trainingsziel gepolstert oder ungepolstert verwendet.

 

Corto

Definiert wird die Corto-Distanz durch die überwiegende Präsenz der freien Hand beider Kontrahenten im Kampfgeschehen. Die Corto-Konzepte im Concept Arnis werden in ihrer auf das Wesentliche reduzierten Form unterrichtet und angewandt. Funktionalität steht gegenüber Manierismus und bürokratischer Technikverwaltung im Vordergrund. Verwendet werden Schlag- und Abwehrdrills nach R. Presas und B. Frank, da in ihnen die relevanten Grundreaktionen leicht und nachhaltig erlernt werden können.

Neben diesen Drills werden Konzepte der Selbstverteidigung mit dem Stock aus der Vorkampfsituation unterrichtet. Dabei werden die Drills auseinandergenommen und in ihrer direkten Umsetzung auf realistische SV-Situaionen angewendet.

 

Concept Arnis-360°-Stick-and-Knifefighting-System

Ausgehend von Grundlagenübungen des Krav Maga wurde das Concept Arnis-360°-Stick-and-Knifefighting-System entworfen, ein einfaches, schnell erlernbares Waffensystem zur Selbstverteidigung. In diesem System wird mit den einfachsten Bewegungen und natürlichen Reaktionsmustern zu Abwehr und Gegenangriff mit Stock oder Messer gearbeitet. Die Idee dabei war, auf komplizierte Technikabläufe weitgehend zu verzichten, da die Reaktion in einer SV-Situation unter hohem Streß meist auf die einfachsten Muster und Bewegungsarten reduziert wird.

Dieses System wird von mir in der Regel im Rahmen meines Krav Maga-Trainings angeboten.

 

Waffenlose New Antagonistics

 

Die Grundlagen des waffenlosen Trainings werden aus denen des modernen westlichen Boxens in Verbindung mit wenigen einfachen Kicks und Grabblingelementen gebildet. Dazu kommen Konzepte und Übungen der Filipino Martial Arts, vornehmlich des Modern Arnis nach Remy Presas, des Krav Maga und der modernen westlichen Selbstverteidigung nach verschiedenen Quellen.

 

In diesem Teil kommt auch der Palmstick als Stellvertreter für geeignete Behelfswaffen zu Anwendung. Der Palmstick wird hier grundsätzlich in erster Linie als Schlagverstärker und erst in zweiter Linie als Hilfsmittel für das Hebeln oder das Ansprechen von Druckpunkten gesehen.

 

Empty-Hands in den FMA und die moderne Bedrohungslage 

In der SV-Problematik hat es sich mittlerweile verbreitet, jeden Angriff als einen potentiellen Waffenangriff zu betrachten.

Grundsätzlich gilt: bei einem Angriff mit einem Messer ist Flucht die einzige sichere Möglichkeit, Leib und Leben schützen! Waffenlose Verteidigung gegen einen Angreifer mit einem Messer ist ein Himmelfahrtskommando mit nur geringer Sieg- bzw. Überlebenschance.

Doch es gibt Momente, in denen eine Flucht keine Option darstellt, sei es, dass kein Fluchtweg existiert, keine Behelfswaffe verfügbar ist oder weitere Personen durch die eigene Flucht gefährdet würden. In solchen Fällen bleibt zu einer waffenlosen Verteidigung keine Alternative.

In vielen Empty-Hand Systemen der FMA werden die Techniken und Methoden des Waffenkampfes fast 1:1 auf den waffenlosen Sektor übertragen. Zwar haben viele FMA-Systeme Einflüsse aus dem modernen Boxen und Kickboxen übernommen – die Bezeichnung ‚Panantukan’ bezieht sich vornehmlich auf solche Systeme, die deutlich über den Rahmen des modernen Sportboxen oder Kickboxen hinausgehen können – dennoch sind nicht alle Empty-Hand-FMA-Systeme dahingehend gleich. Nicht alle machen Panantukan oder arbeiten durchweg boxerisch. Aber fast alle FMA-Systeme haben einen waffenloses Segment – so marginal das manchmal auch sein mag – und fast immer handelt es sich im Ursprung um eine direkte Translation der Waffenkonzepte auf die Empty Hands.

Das direkte Übertragen von Waffenkonzepten auf den waffenlosen Bereich hat zwei Resultate, die man kennen sollte, um den Charakter der waffenlosen FMA besser zu verstehen: Zum einen benutzt der Anwender dadurch überwiegend Techniken und Methoden, die gleich denen mit Waffen sind. Zum anderen werden aber auch die Aktionen des Angreifers als Waffenattacken oder zumindest potentielle Waffenattacken gesehen und entsprechend behandelt. Daraus ergeben sich oft Effekte, die gerade in Anbetracht der modernen Bedrohungslage in der SV durch die verbreitete Verwendung von Schnitt- und Stichwaffen deutliche Vorteile für den Anwender bedeuten.

Das Konzept des 'Modern Prinzips' trägt dieser Problematik in vollem Umfang Sorge und wird im waffenlosen Segment des CA als eine kleines, aber komplexes Programm alternativ zu Elementen aus dem modernen Nahkampf unterrichtet.

 

Messer

 

Im Messertraining des Concept Arnis stehen die Techniken und Konzepte der modernen westlichen Selbstverteidigung mit dem Messer nach Jim Wagner im Vordergrund. Daneben kommt das Konzept des Concept Arnis-360°-Stick-and-Knifefighting-System mit dem Messer zum Einsatz,

Übungen nach A. J. Biddle und John Styers sowie Übungen aus dem Remy Presas-Modern Arnis werden alternativ dazu unterrichtet. Auch hier sind Drills kein Selbstzweck, sondern Tools, um bestimmte Attribute zu schulen und zu verfestigen.

Ein besonderer Teil des Messertrainings im Concept Arnis ist das Konzept der biomechanischen Schnitte (BMS), einer auf nichtlethale Ziele gerichteten, verhältnismäßigen Selbstverteidigung mit dem Messer. Hierzu werden idealerweise keine großen Kampfmesser, sondern kleinere "Werkzeugmesser" verwendet.

 

Langstock

 

Der Langstock (Staff) ist im Concept Arnis eine ungefähr schulterlange Waffe und stellt die Grundlage für die zweihändige Benutzung jeder längeren Waffe dar. Dieses Segment des Concept Arnis wird zum einen aus Techniken des militärischen Bajonettkampfes nach Biddle, Styers und dem modernen Nahkampf gebildet, zum andern aus Adaptionen der Largokonzepte des klassischen Arnis nach R. Presas.

 

 

Wann und Wo?

Haben Sie Interesse bekommen? Dann melden Sie sich unter palis-palis@web.de. Dort erfahren Sie alles weitere.