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Der Trainer

 

Thomas Plath

Mein Name ist Thomas Plath, ich wurde am 17.02.1962 in Hamburg geboren.

Ich begann im Jahre 1979, mich mit Kampfkunst zu befassen. Anfänglich trainierte ich Wun Hop Kuen Do nach Al Dacascos, in dieser Zeit machte ich auch erste Erfahrungen mit Arnis/Eskrima/Kali im dort praktizierten Vijiti-Arnis nach Bill Owens. Nach vier Jahren wechselte ich 1984 in das Wing Tsun der EWTO, um mich ausschließlich auf die Selbstverteidigung zu konzentrieren. Geblendet vom Auftreten dieses Verbandes und gehalten durch zahlreiche soziale Kontakte innerhalb der Unterrichtsgruppen blieb ich Mitglied bis zum Ende des Jahres 2002. Dann hatten mich die finanziellen Praktiken, die Hierarchie sowie das Gebaren um den Führer dieser Organisation endgültig abgestoßen und ich verließ die EWTO. Ich lernte in dieser Zeit einen Lehrer des Ving Tsun nach Wong Shun Leung und Philipp Bayer kennen und begann, dieses System zu praktizieren, was ich bis heute beibehalten habe.

 

Aufgrund der Einfachheit und Praktikabilität der FMA gegenüber den trainingsaufwändigeren chinesischen KungFu-Systemen entschied ich mich aber schließlich, meinen Schwerpunkt in meiner weiteren Suche nach einer geeigneten SV-Methode auf andere Kampfkünste zu verlegen.

 

Parallel in dieser Zeit erlernte als Mitglied des Deutschen Arnis Verbandes (DAV) das Modern Arnis von 2000 bis 2005 bis zum ersten Grad Schwarzgurt (Lakan Isa). Obwohl ich mich im DAV prinzipiell sehr wohl fühlte, entschloß ich mich, nach meiner Schwarzgurtprüfung eigene Wege zu gehen.

 

Im Programm des Modern Arnis bis einschließlich zum 1. Grad Schwarzgurt lernt man prinzipiell alle für den Kampf und die SV notwendigen Techniken und Konzepte. Allerdings führt das Absolvieren und Bestehen von Prüfungen und Graduierungen oft zu einer Technik- und Gürtelsammelei, bei der die Programme und Prinzipien nur noch nach bürokratischer Karteikartenmethode geordnet und verwaltet werden, ein praktischer Bezug zur realen Anwendung bei vielen Praktizierenden aber in den Hintergrund tritt. Dieses Problem tritt sicher in allen entsprechend unterrichteten Kampfkünsten auf.

 

Da für mich seit dem Beginn meines Kampfkunsttrainings im Jahre 1979 in erster Linie das Erreichen einer praktischen Anwendbarkeit im Vordergrund stand, sah ich mich gezwungen, das Gelernte neu zu ordnen, um es für mich zu einem funktionierenden Ganzen zu machen. Da das, was nach diesem Entwicklungsprozess herauskam, sich in vielen Punkten deutlich von dem unterschied, was ich ursprünglich erlernt habe, habe ich mich entschlossen, das Ganze als ein neues System zu betrachten und ihm einen eigenen Namen zu geben: Modern Arnis Concept System oder kurz Concept Arnis (CA).

 

So ist es auch zu verstehen, dass ich mich in vielen Bereichen meines Systems von den philippinischen Wurzeln des Modern Arnis entfernt habe. Ich bin kein Filipino, werde nie einer sein und möchte auch nicht zu einem Hobbyfilipino mutieren. Das Prinzip und die Anwendbarkeit eines Konzeptes sind für mich wichtiger, als etwa die Ikonologie der philippinischen Staatsflagge.

Eine ähnliche Haltung zu Training und Kampfkunst fand ich im israelischen Krav Maga wieder, wo ich seit Dezember 2009 den Status eines Groupleaders innehabe. 

 

Diese Einstellung entspringt meiner Erfahrung und meinem Wissen um die Kampfkunst, die ich seit dem Beginn meines Trainings im Jahre 1979 erworben habe. Ich erwarte weder, dass meine Methodik zu jedem Schüler passt, noch behaupte ich, mein System sei das Maß aller Dinge. Aber ich denke, dass das Concept Arnis dem Schüler zu einem anwendungsbezogenen Verständnis der Konzepte der Selbstverteidigung und der Kampfkunst verhelfen und auf diese Weise beitragen kann, sein Selbstbewusstsein und seine reale Lebensqualität zu steigern.

 

22.09.2009

Thomas Plath